Du hast Fragen
zu unseren Produkten oder Deinem Kiezbett?
[email protected] | +49 (0) 30 240 322 64

Kontakt
Impressum
Presse

Zirbe – Heilwirkung oder Hype?


Die Zirbe und ihre Heilwirkung – kaum ein anderes Holz kriegt in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit. Von Duftkissen über Dekoschalen bis hin zu ganzen Schlafzimmern aus Zirbenholz: Überall ist von der besonderen Wirkung der Zirbe die Rede. Doch was steckt hinter dem Trend? Ist Zirbenholz wirklich ein Wundermaterial – oder einfach nur ein clever vermarktetes Stück Alpenkiefer?

Zirbenbaum auf Hügel vor nebligem Hintergrund

Die Zirbe und ihre Wirkung: Steile Karriere einer echten Konifere

Kennt ihr schon den heißesten Scheiß im Holzgewerbe? Wer einmal von der Zirbelkiefer gehört hat, der träumt von nichts anderem mehr. Um das Kieferngewächs aus den Wäldern Tirols ranken sich viele Mythen, und in den vergangenen Jahren ist ein bemerkenswerter kommerzieller Hype daraus gewachsen. Der Grund: Laut Studien soll das Holz diverse gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Ob Deko, Kissen, Dekokissen, Möbel oder, ja, auch Vibratoren – kann man alles kaufen, und die Leute gehen total darauf ab. 

Gerade Betten aus Zirbenholz sollen nachweislich im Schlaf zu einer reduzierten Herzfrequenz und somit mehr Erholung und entsprechend am nächsten Tag zu Bombenlaune führen.

Knallharte Konkurrenz für unsere märkische Kiefer also. Oder? Wir haben uns mal in den digitalen Trenchcoat geschmissen und ein bisschen nach Fakten recherchiert.

Zirbe: Schickes Holz, kleine Bestände

Also: Die Zirbelkiefer (Zirbe, Arve, Arbe oder lateinisch pinus cembra) kommt ursprünglich aus Sibirien und ist heute ein in den Alpen und den Karpaten beheimatetes Kieferngewächs. Durch das extreme Klima in diesen Regionen entwickeln die Bäume teils stark verwachsenes Gehölz, was ihnen zu Lebzeiten mehr Stabilität und posthum eine rustikale, astreiche Maserung verleiht. Die widrigen Bedingungen auf kleinem geografischem Raum sorgen grundsätzlich für langsames Wachstum, kleine Bestände und somit begrenzte Verfügbarkeit von Zirbe als Nutzholz.


Eine weitere Besonderheit dieser Baumart ist die hohe Konzentration des ätherischen Öls Pinosylvin in Holz, Nadeln und Zapfen. Pinosylvin ist, wenn auch meist geringer konzentriert, in allen Kiefernarten enthalten. Die Zirbe produziert davon aber besonders viel, um in ihrem Lebensraum einigermaßen klarzukommen, denn es wirkt antibakteriell, fungizid und riecht außerdem voll gut. 


All dies führte dazu, dass Zirbenholz natürlich schon lange Zeit, aber eben vorrangig in den Regionen seines Vorkommens, beliebt für hochwertigen Möbelbau, Vertäfelungen und Innenausstattungen war.

zirbe-vs-kiefer-nadeln Close-up

Die Wirkung der Zirbe: Wirklich wissenschaftlich belegt?

Doch dann geschah etwas, womit keiner rechnen konnte: die 90er. Wer sich daran erinnert, der weiß, dass gemütliche Hüttenrustikalität zu dieser Zeit nicht besonders en vogue war (auch wenn es in Retrospektive vielleicht besser gewesen wäre). Harte Zeiten also für den Tiroler Waldbesitzerverband und einen ganzen Haufen weiterer Stakeholder, die der rückläufigen Nachfrage nach Zirbenholz nicht tatenlos zusehen wollten


So wurde getagt, beraten, kooperiert (diesen Teil kürzen wir ab, damit uns (noch) keiner wegpennt) und schließlich die außeruniversitäre Forschungseinrichtung „Joanneum Research” in Graz mit einer Studie beauftragt, die eine Grundlage für eine Zirbenholz-Marketingkampagne schaffen sollte. Da man um die hohe Pinosylvin-Konzentration wusste, lag es auf der Hand, sich die antibakterielle Wirkung des Holzes vorzuknöpfen. Und die gegen Motten gleich mit. Um dahingehende repräsentative Ergebnisse zu erzielen fehlte aber leider das Geld, weshalb man sich kurzerhand auf leichter messbare Parameter einigte: Herzfrequenz zum Beispiel.


Und jetzt kommt’s: In Zusammenarbeit mit einer Tischlerei wurden Probanden in Betten gesteckt, die entweder aus Zirbenholz gefertigt waren – oder aus mit Holzdekorfolie bezogenen Spanplatten. 


Das Ergebnis: Menschen schlafen in wohlduftenden Betten aus hochwertigem Vollholz besser als in Spanplattenbetten, die wahrscheinlich noch nach Lösungsmitteln riechen. No shit, Sherlock.


„Na geil!“ dachte sich die Zirbenlobby, das nehmen wir. Dass wenig später im gleichen Versuchsdesign die Wirkung von Fichtenholz vergleichbare Ergebnisse erzielte, wurde wohlwollend ignoriert. Und auch eine Versuchswiederholung zur wissenschaftlichen Untermauerung der Studie sparte man sich. 

zirbe-vs-kiefer-panorama mit Spiegelung im See

Wunderbaum oder Alles Marketing?

Den ganzen Sarkasmus mal beiseite: All diese Ergebnisse lassen sich in einer 2009 an der Universität Wien veröffentlichten Diplomarbeit sachlich nachlesen, die wir euch hier verlinkt haben. Und auch, wenn wir uns einen Funken Genugtuung nicht verkneifen können: Zirbe ist ohne Frage ein tolles, besonderes Holz und es riecht wirklich sehr gut. Genau so schläft man in einem Schlafzimmer aus Zirbenholz sehr gut, was ohne Frage die Gesundheit positiv beeinflusst. 


Aber: Inwieweit die Zirbe wirklich so viel superer ist als anderes Holz, lässt sich aufgrund dieser einen Studie (auf die sich fast ausschließlich gestützt wird), überhaupt nicht sagen. Und ist man sich des bröckeligen Fundaments bewusst, welches dem Hype zugrunde liegt, finden wir es gerechtfertigt, die Frage zu stellen, ob ein so extravagantes Gewächs wie die Zirbe nicht vielleicht in den Bergen besser aufgehoben ist, als ganz weit oben in den Möbelholzcharts


Heilwirkung der Zirbe - ein nicht sehr nachhaltiger Marketing-Gag

Keine Frage: Zirbenholz riecht herrlich, schafft Atmosphäre und trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Aber eben nicht wesentlich besser als das Holz der Kiefer von nebenan. Und beruhigende ätherische Öle gibt´s auch außerhalb von seltenen Hölzern.

Besser schlafen kannst du daher in jedem Naturholzbett, das gut gebaut ist und nicht quietscht. Wenn also das nächste Mal jemand mit Holz um die Ecke kommt, das angeblich magische Kräfte hat - hinterfrag das ruhig. Schenk der Person ein Fläschchen Lavendelöl… und verweis auf märkische Kiefer als Alternative. Besonders schonend geerntet und jährlich nachgepflanzt wird sie für unsere Kiezbetten - und das passende Bettzubehör.

Schwebendes Massivholzbett
Unser zeitloses, schwebendes Massivholzbett.
Unser zeitloses, schwebendes Massivholzbett.
Holzbett mit Stauraum
Unser nachhaltiges Stauraumbett mit praktischen Schubladen.
Unser nachhaltiges Stauraumbett mit praktischen Schubladen.
Kiezbett in Überlänge
Größe gepaart mit Leichtigkeit – Unser schwebendes Raumwunder.
Größe gepaart mit Leichtigkeit – Unser schwebendes Raumwunder.
0,00 €*